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Möblierte Immobilien mieten: Das sollten Mieter wissen

Möblierte Immobilien mieten: Das sollten Mieter wissen

Möblierte Immobilien sind keine Seltenheit. Gerade im Bereich der Apartments und der Single-Wohnungen werden viele Objekte mit vollständiger oder teilweise Möblierung angeboten.


Eckschreibtisch mit Hocker
Bildquelle: https://blog.smow.de/category/tourismus/

Besonders für Berufspendler, die sich für die Arbeitswoche eine kleine Zweitwohnung am Arbeitsort anmieten und die Wochenenden mit der Familie verbringen, sind solche Angebote sehr attraktiv, denn sie ermöglichen die räumliche Flexibilität im Berufsleben, ohne viel Zeit und Geld in einen zweiten Wohnsitz investieren zu müssen, der berufsbedingt häufig nicht dauerhaft genutzt wird. Wer sich für die Anmietung einer möblierten Immobilie entscheidet, sollte allerdings ein paar wichtige Fakten kennen, denn nicht immer gelten hier die gleichen Mietbedingungen wie für unmöblierte Objekte, wie Focus Online berichtet.

Vorsicht beim Kündigungsschutz

Grundsätzlich haben Mieter in möblierten Immobilien dieselben Rechte wie Mieter in unmöblierten Objekten. Es kann allerdings auch Unterschiede geben, die zum Teil gravierend ausfallen. Es empfiehlt sich deshalb vor der Anmietung einer möblierten Wohnung einen sehr genauen Blick in den Mietvertrag zu werfen. Besonders im Hinblick auf den Kündigungsschutz ist bei möblierten Apartments oft Vorsicht geboten. Ist das angemietete möblierte Zimmer oder Apartment nämlich ein Teil der Wohnung des Vermieters, kommen deutlich kürzere Kündigungsfristen zum Tragen als das im herkömmlichen Mietrecht der Fall ist. Insbesondere Einzelpersonen, die beispielsweise berufsbedingt ein Apartment als Zweitwohnsitz während der Woche anmieten, müssen damit rechnen, dass das Mietverhältnis beidseitig ohne Angabe von Gründen zum Ende eines jeden Monats gekündigt werden kann, sofern die Kündigung spätestens bis zum 15. des jeweiligen Kalendermonats ausgesprochen wird. Dies bedeutet unter Umständen, dass dem Mieter nur eine Frist von zwei bis drei Wochen bleibt, bis er das angemietete Objekt räumen muss.



Ein wenig anders liegen die Dinge, wenn das möblierte Mietobjekt nicht von einer Einzelperson sondern von einer ganzen Familie bewohnt wird. In diesem Fall findet das so genannte Mietrecht für Einliegerwohnungen Anwendung. Ist ein solches Mietverhältnis nicht befristet sondern auf Dauer angelegt, kann der Vermieter das Mietverhältnis zwar ohne die Angabe besonderer Gründe wie zum Beispiel Eigenbedarf kündigen, allerdings räumt der Gesetzgeber den Mietern in einem solchen Fall eine um drei Monate verlängerte Kündigungsfrist ein. Ein Blick in den Mietvertrag lohnt sich also besonders im Hinblick auf Kündigungsfristen, wenn eine möblierte Immobilie angemietet wird.

Mieter können gegen die Kündigung vorgehen

Wer als Mieter von einer kurzfristigen Kündigung betroffen ist, muss diese nicht unbedingt klaglos hinnehmen. Wie der Mieterschutzbund informiert, ist es möglich, unter Berufung auf die so genannte Sozialklausel gegen die Kündigung vorzugehen. Voraussetzung für einen Widerspruch gegen die kurzfristige Kündigung ist allerdings, dass der Mieter sich durch die Räumung der angemieteten Immobilie in eine Situation unzumutbarer sozialer Härte versetzt fühlt. Die Gerichte entscheiden hier jeweils nach dem Einzelfall unter Berufung auf Präzedenzfälle der Vergangenheit. Wird ein Einzelmieter, der ein möbliertes Zimmer in der Wohnung seines Vermieters bewohnt, allerdings bis zum 15. eines Monats gekündigt, bleibt die Kündigung in jedem Fall wirksam. Eine Berufung auf die Sozialklausel entfällt in diesem Fall für den Mieter und er muss die Kündigung akzeptieren.




Quelle: https://www.focus.de/immobilien/mieten/moeblierte-wohnungen-kuendigungsschutz-haeufig-viel-kuerzer_aid_314893.html


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