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Ist das Energiesparhaus das Eigenheim der Zukunft?

Ist das Energiesparhaus das Eigenheim der Zukunft?

Energiesparhäuser befinden sich seit geraumer Zeit im Fokus der Energiedebatte. Seit Jahren versucht die Regierung, Menschen dazu zu bewegen, sparsamer zu leben - meist, ohne groß etwas investieren zu müssen. Ist das Energiesparhaus einer der Schlüssel zum Erfolg und wodurch zeichnet sich dieses Haus aus?

Energiesparhäuser - die moderne Art zu bauen und wohnen

Neues Energiesparhaus.Jahrelang haben sich die Standards für Neubauten nicht grundlegend geändert. Erlaubt war alles, was sich im Rahmen der jeweiligen Gesetze hielt. Was diese Gesetze nicht festlegten, waren bestimmte Energienormen. Das hat sich mittlerweile geändert, jedes neue Haus muss strenge Regelungen einhalten. Der moderne Mensch kann nicht mehr sorglos mit Heizenergie umgehen. Nicht nur, weil die Brennstoffpreise das Energiesparen problematisch machen, sondern auch, weil ein Umdenken der Gesellschaft stattgefunden hat.

Eines vorweg: Für die Bezeichnung Energiesparhaus gibt es keine verbindliche Definition. Grundsätzlich versteht man darunter eine energiebewusste, ökologische Bauweise. Gemäß der nun verlangten gesetzlichen Vorschriften, darunter die neue Energieeinsparverordnung (EnEV), müssen alle neu gebauten Häuser energiesparend und zeitgemäß sein. Neben dem Energiesparhaus gibt es auch das Niedrigenergiehaus oder Effizienzhaus, deren Energiebedarf geringer als der gesetzlich zugelassene Wert ist.



Das Effizienzhaus ist ein von der Deutschen Energie-Agentur (dena), der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) sowie dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung entwickeltes Produkt. Je nach Jahresenergiebedarf unterscheidet man zwischen sechs Häuserklassen. Je niedriger die angegebene Zahl, desto geringer ist der Jahresenergieverbrauch. Häuser, die den energetischen Standard erreichen, können von einer zinsgünstigen Förderung durch einen der KfW-Kredite, energieeffizient bauen. Für Bau oder Ersterwerb eines neuen KfW-Effizienzhauses profitieren. Die nachfolgende Tabelle gibt eine Übersicht über die verschiedenen Effizienzhäuser (Angaben Stand: Juli 2014):


KfW - Effizienzhaus 40 KfW - Effizienzhaus 55 KfW - Effizienzhaus 70 KfW - Effizienzhaus 85 KfW - Effizienzhaus 100 KfW - Effizienzhaus 115
Energiebedarf pro Jahr 30 kWh/m² 40 kWh/m² 50 kWh/m² 60 kWh/m² 70 kWh/m² 80 kWh/m²
Energieverbrauch im. Vgl. zum Standard max. 40 % max. 55 % max. 70 % max. 85 % Standardneubau lohnend für Altbaubesitzer
KfW-Kredit für Neubauten bis 50.000 € / Wohneinheit bis 50.000 € / Wohneinheit bis 50.000 € / Wohneinheit - - -
KfW-Kredit für Sanierungen bis 75.000 € / Wohneinheit bis 75.000 € / Wohneinheit bis 75.000 € / Wohneinheit bis 75.000 € / Wohneinheit bis 75.000 € / Wohneinheit

Derzeit ist das KfW-Effizienzhaus 40 das energieeffizienteste Haus. Dieser Standard kann nur mit umfassenden, kostenintensiven Baumaßnahmen erreicht werden. Um einen Altbau diesem Standard anzugleichen, müsste der Bauherr eine teure Kernsanierung umsetzen müssen, die sich kaum amortisieren lässt. Deshalb lohnt sich der Standard lediglich für Neubauten. Für Sanierungen von alten Gebäuden ist der Standard KfW-Effizienzhaus 115 vorgesehen.


Umsetzung: Renovieren oder neu bauen?

Laut dem Artikel www.easycredit.de/blog/738 "Energiesparhaus wenn Nachhaltigkeit sich auszahlt, ist es eine Überlegung Wert, die Preise der Immobilien zu vergleichen". Es spielt keine Rolle, ob man ein Energiesparhaus kaufen, bauen, mieten oder sein bestehendes Heim modernisieren möchte. Der aktuell niedrige Zinssatz macht eine Baufinanzierung durchaus attraktiv. Dennoch sollte jeder Schritt sorgfältig geplant sein. Wie zuvor erwähnt, lohnt sich eine Renovierung, selbst mit Förderungen, nur für einige Standards, da der Bauherr ansonsten seine Investition durch die im Laufe der Jahre sich entstehenden Einsparungen nicht mehr herausholen kann. Wer sich dazu entscheidet, ein neues Haus zu bauen, für den lohnt sich das Energiehaus definitiv. Diese Bauherren können nämlich von Anfang an von den niedrigen Energiekosten profitieren. Auch wenn der Hausbau zunächst teurer ist, wird diese Investition in einem geringen Zeitraum, meist rund zehn Jahre, ausgeglichen.

Quelle:
Bild 1 = Copyright: Green Energy Futures / flickr.com



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