Genossenschaftsanteile - Anteile bei Wohnungsgenossenschaften

Genossenschaftsanteile

Die rechtliche Grundlage für Bildung von Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften bildet das Genossenschaftsgesetz aus dem Jahr 1889. Es wird als GenG abgekürzt und ist letztmalig im Jahr 2009 novelliert worden. Es handelt sich um eine Rechtsnorm aus der Sparte Handelsrecht und gehört zu den Gesetzen, die bundesweit einheitlich Anwendung finden. Diese Bestimmungen werden ergänzt von den Satzungen, die von den einzelnen Genossenschaften in ihren Mitgliederversammlungen beschlossen werden. Eine Sonderform im Sinne dieses Gesetzes stellen die gemeinnützigen Genossenschaften dar.

Als Mitglied einer Genossenschaft muss man Genossenschaftsanteile zeichnen und wird dadurch zum Anteilseigner. Für die Mitgliedschaft reicht in der Regel ein Genossenschaftsanteil aus. Aus den individuellen Satzungen bestimmt sich, welche Rechte und Pflichten damit verbunden sind und welchen Wert der einzelne Anteil hat. Möchte man von der Genossenschaft eine Wohnung mieten, müssen weitere Genossenschaftsanteile gezeichnet werden. Dabei ist hinsichtlich der Gesamthöhe der notwendigen Genossenschaftsanteile eine auffällige Ähnlichkeit mit den zu erbringenden Kautionen zu beobachten.

Genossenschaftsanteile begründen das Recht auf Mitbestimmung, aber auch das Recht auf den Bezug von Gewinnbeteiligungen. Eine Unternehmereigenschaft mit Nachschusspflicht wird durch den Erwerb der Genossenschaftsanteile nicht begründet. Anderseits können Genossenschaftsanteile günstigere Mieten bescheren, da bei Nichtmitgliedern zumeist ein besonderer Aufschlag auf die Miete erhoben wird, den man sich als Mitglied ersparen kann.

Über lange Zeiten hinweg stellte das durch Genossenschaftsanteile zugeflossene Vermögen bei den Genossenschaften Eigenkapital dar. Auf der Basis der letzten Gesetzesänderung wird es künftig als Fremdkapital behandelt, da es für die Genossenschaftsanteile Möglichkeiten der Kündigung gibt. Über die jeweils gültigen Fristen und die Termine der Auszahlungen geben die Satzungen der einzelnen Genossenschaften Auskunft.

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