Österreich will Büros zu Wohnungen machen

In Österreich gibt es mittlerweile einen sehr knappen Wohnungsmarkt. Gerade die Ballungsgebiete, die für viele Personen ein günstiger Wohnort sind, da sie Arbeits- und Ausbildungsplätze gleichermaßen bieten, sind kaum in der Lage, der Nachfrage nachzukommen.

Der Immobilienring IR, ein österreichisches Maklernetzwerk, will deshalb auf die Umgestaltung von Büros in Wohnungen setzen. Denn insbesondere in den für Mieter so beliebten Ballungsgebieten stehen teils ganze Büroetagen leer. Sie werden nicht genutzt und die Eigentümer der Immobilien leiden unter den Ausfällen der Mieteinnahmen.

Allerdings scheuen sich die Vermieter vor der Umwandlung, denn der bürokratische Aufwand ist zu hoch und es gibt auch Nachteile. Wird ein Büro in eine Wohnung umgewandelt, muss hierfür ein Parkplatz geschaffen werden. Das ist an sich kein Problem.

Soll die Wohnung jedoch wieder in einen Büroraum umgewidmet werden, muss je nach Quadratmeterzahl der Fläche ein Parkplatz geschaffen werden. Je nach Region wird ein Parkplatz ab 40 oder 80 Quadratmeter Fläche notwendig. Können diese nicht geschaffen werden, da sie durch die Umwidmung in eine Wohnung weg gefallen sind, so drohen Ausgleichsabgaben zwischen 2.500 und 8.000 Euro, je nach Region.

Dahingegen sehen die Vermieter kein Problem in den sinkenden Preisen. Denn die Büromieten sind natürlich deutlich höher, als die Miete für eine Wohnung. So fallen für Büroflächen Kosten zwischen 13 und 25 Euro je Quadratmeter an. Bei Wohnungen dagegen sind es zwischen neun und 15 Euro je Quadratmeter. Allerdings mache sich der Nachteil, der durch geringere Wohnungsmieten entsteht, schnell bezahlt, wenn dadurch die Räumlichkeiten nicht lange leer stehen.

Ebenfalls weist der Immobilienring darauf hin, dass in den kommenden fünf Jahren mehr als 1,2 Millionen Österreicher umziehen wollen, wie eine aktuelle Studie ergab. Außerdem ginge der Trend zur Mietwohnung. Das zeigt eine Studie im Burgenland. Diese wurde 2003 durchgeführt, als mehr als 82 Prozent der Einwohner im Einfamilienhaus lebten.

Bei einer neuen Studie aus 2009 waren es nur noch 48 Prozent. Zudem benötigten die Österreicher aufgrund steigender Single-Haushalte mehr Wohnraum. Abgesehen davon tendieren auch immer mehr Pärchen zum Halten zweier Haushalte, die beide Partner nutzen.

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